Investitionsrechnung Strategische Planung 5 Min. Lesezeit

Wie die Kapitalwertmethode Fehlinvestitionen verhindert

Kapitalwert versus Amortisationszeit – was die Zahlen wirklich bedeuten

Wie die Kapitalwertmethode Fehlinvestitionen verhindert
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Ein Unternehmen aus der Verpackungsbranche stand vor der Wahl: eine neue Maschine für 380.000 Euro kaufen oder den Prozess weiter manuell betreiben. Die Amortisationszeit schien attraktiv. Der Kapitalwert war negativ.

Die Kapitalwertmethode berechnet, ob zukünftige Einzahlungen eine Investition rechtfertigen – unter Berücksichtigung des Zeitwerts von Geld. Ein Euro heute ist mehr wert als ein Euro in drei Jahren, weil er zwischenzeitlich eingesetzt werden könnte.

Warum die Amortisationszeit allein irreführt

Die Amortisationszeit sagt nur, wann das investierte Kapital zurückgeflossen ist. Sie sagt nichts darüber aus, was danach passiert oder ob die Rendite ausreicht. Eine Maschine mit vier Jahren Amortisationszeit und sechs Jahren Nutzungsdauer kann trotzdem eine schlechte Investition sein, wenn die Wartungskosten im fünften und sechsten Jahr die Gewinne auffressen.

Der Kapitalwert berücksichtigt alle Zahlungsströme über die gesamte Nutzungsdauer, abgezinst mit einem realistischen Kalkulationszinssatz.

Im Fall des Verpackungsunternehmens ergab die Rechnung bei einem Zinssatz von 8 Prozent einen negativen Kapitalwert von rund 34.000 Euro. Die Investition wurde verschoben – und ein Jahr später stand ein günstigeres Modell zur Verfügung.